Jürgen Heilken als Schiedsrichter bei Deutschland - Schweden
DZ-Bericht vom 29.07.2008 von Marco Steinbrenner

Jürgen Heilken (Jugend 70 Merfeld) war als Schiedsrichter beim Länderspiel zwischen Deutschland und Schweden in Hamm im Einsatz. Zu Beginn gewann Timo Boll (r.) gegen Jens Lundquist.
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Hamm. Das Hauptaugenmerk beim Tischtennis-Länderspiel zwischen Deutschland und Schweden am Sonntagabend in den Zentralhallen Hamm richtete sich seitens der 1200 Zuschauer auf den Gastgeber, der mit Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov und dem ehemaligen Dülmener Christian Süß (alle Borussia Düsseldorf) angetreten war. Bei der Generalprobe für die Olympischen Spiele in Peking (8. bis 24. August) wirkte auch ein Vereinsmitglied von Jugend 70 Merfeld mit. Jürgen Heilken war gemeinsam mit Marco Schürmann (Fröndenberg) als Schiedsrichter in der Box.

Für Heilken war es bereits der zweite Länderspiel-Einsatz. An gleicher Stelle feierte der Bezirksklassen-Spieler am 18. Oktober 2005 gegen Rumänien sein Debüt. Damals war der Merfelder jedoch nur als Schiedsrichterassistent im Einsatz, da es sich um einen offiziellen Vergleich handelte und deshalb die Leitung nicht in deutscher Hand liegen durfte. Ein Niederländer hatte damals das Sagen.

Bei der Olympia-Generalprobe lag gleich im Eröffnungseinzel zwischen dem Weltranglisten-Sechsten Timo Boll und Jens Lundquist die Verantwortung in den Händen von Heilken. Etwas ganz besonderes war es nicht, eine Partie des deutschen Aushängeschildes leiten zu dürfen. Bereits bei Champions-League-Spielen von Borussia Düsseldorf sowie den Deutschen Einzelmeisterschaften in Cottbus und Bielefeld war Jürgen Heilken dem Linkshänder ganz nahe.

Als Christian Süß, zu einstigen Zweitliga-Zeiten im Trikot der TSG Dülmen aktiv gewesen, beim Zwischenstand von 2:2-Unentschieden gegen Robert Svensson in die Box ging, war das Jugend 70-Vereinsmitglied wiederum mit der Leitung betraut. Was sich beim Stand von 8:5 für Süß im ersten Satz in der Sporthalle ereignete, hatte Jürgen Heilken in seiner langen Laufbahn noch nicht erlebt. Der komplette Strom fiel aus – nicht nur in der Halle sondern im gesamten Süden Hamms. Oberschiedsrichter Willi Klassen wartete rund 20 Minuten und entschied dann, die Begegnung nicht mehr fortzusetzen. „Wenn es sich um ein offizielles Spiel gehandelt hätte, wäre eine Neuansetzung die Folge gewesen“, berichtete Heilken. „Gegen höhere Gewalt ist man machtlos.“

Bereits seit sechs Jahren ist Jürgen Heilken als internationaler Schiedsrichter unterwegs. Höhepunkte waren bislang die Einsätze bei den German Open (2003) und den Weltmeisterschaften (2006) jeweils in Bremen. Im vergangenen Jahr musste er einen Einsatz bei den German Open berufsbedingt absagen. „Vielleicht klappt es 2009 wieder.“ Auf jeden Fall ist Jürgen Heilken Anfang März nächsten Jahres wieder in der Box, wenn in der Bielefelder Seidenstickerhalle die nationalen Titelkämpfe stattfinden werden. Ein Wiedersehen wird es dann auch wieder mit Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov und Christian Süß geben. Bei den letzten Meisterschaften in Bielefeld leitete Heilken übrigens das Finale im Herren-Einzel: Damals standen sich Boll und Süß gegenüber.

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